Wir möchten die professionellen Darstellerinnen in besonderem Maße würdigen
Im ersten Akt des Stückes sehen wir die Praxis von Dr. Dannebeck (Mara Blank), der mit seiner Arzthelferin (Nina Erbslöh) eine typische "Landarztpraxis" führt, mit teils skurrilen Dauergästen, die eben montags immer schon morgens das Wartezimmer füllen.
Da haben wir zum Einen Herrn Mergentheimer (Charlotte Kobza / Lara Lesch), der im Laufe des Stückes immer wildere und fantasievollere Leiden entwickelt, ein Hypochonder wie es im Buche steht.
Dr. Dannebeck kennt seine Pappenheimer und hat stets ein offenes Ohr, auch wenn ihm die Beratung jedes Mal nur EUR 8,00 die Stunde einbringt.
Frau Ibenbrück (Caro Holl) kommt nur zur üblichen Kontrolle, dieses Mal ist dabei eine Urinprobe fällig, die nach Spargelgenuss ein ganz besonderes Aroma verspricht.
Herr Schmidtke mit „dtke“ (Anne-Sophie Edelmann) ist Privatpatient, was aber nie ein Thema ist, trotzdem wird er in der Praxis anders behandelt, das erklärt sich aber in einem Missverständnis über seinen Gesundheitszustand.
Wie überall in allen Praxen ist auch das Zeitschriftensortiment ein wichtiger Bestandteil des Wartezimmers und so kommt Frau Steinbach (Amelie Deman) allwöchentlich und tauscht die Zeitschriften auf aktuellere Ausgaben um.
Ebenso allwöchentlich erscheint Frau Schneider (Sandra Zehender), die von vorneherein weiß, bei Dr. Dannebeck beißt sie als Pharmazie-Vertreterin auf Granit, aber damit kein weißer Fleck auf ihrer Route bleibt, findet auch sie sich regelmäßig in der Praxis ein, denn so kann sie wenigstens im Wartezimmer in Ruhe Zeitung lesen.
Alles ist wie immer, bis Dr. Dannebeck verkündet, er wolle in den wohlverdienten Ruhestand treten und hätte schon eine Nachfolgerin in Aussicht.
Frau Dr. Traissen (Jolina Horn) rauscht auch alsbald ins Geschehen, resolut, gewinnorientiert und mit ihr im Schlepptau ihre „medizinische Fachangestellte“ (Hanna Stay), die geflissentlich die Patienten im Wartezimmer mittels Paravent in Kassen- und Privatpatienten aufteilt.
Ab jetzt führen alle Dialoge des Stücks den Zuschauer in die absurde Welt der Aufteilung in Privat- bzw. Klassenpatienten.




